Hypnose verstehen: Was geschieht, wenn unsere Aufmerksamkeit nach innen geht?

Trance ist kein geheimnisvoller Ausnahmezustand, sondern eine natürliche menschliche Fähigkeit. Wie Hypnose den Blick nach innen lenken, persönliche Ressourcen zugänglicher machen und neue innere Möglichkeiten eröffnen kann, ohne dass Sie dabei die Kontrolle abgeben.

Was ist Hypnose und was bedeutet Trance?

Hypnose ist ein wissenschaftlich untersuchtes Verfahren, bei dem Aufmerksamkeit gezielt gebündelt und häufig stärker nach innen gerichtet wird. Trance bezeichnet dabei eine natürliche Erfahrung, die jeder Mensch etwas anders erlebt. Moderne Hypnose nach Milton H. Erickson versteht Menschen nicht als passive Empfänger von Suggestionen, sondern bezieht ihre eigenen Erfahrungen, Fähigkeiten und Ressourcen aktiv ein.

Stellen Sie sich einmal die Sonne vor

Wenn ich Sie bitten würde, die Sonne zu beschreiben, wie würden Sie sie ganz spontan im Alltag beschreiben?

Vielleicht: Die Sonne ist ein großer Himmelskörper. Sie steht tagsüber am Himmel, spendet Licht und Wärme und erscheint uns gelblich oder weiß. Ihre Strahlung erwärmt die Erde. UV-Strahlung kann die Haut schädigen, und wer sich zu lange ungeschützt in der Sonne aufhält, riskiert einen Sonnenbrand.

Eine sachliche und völlig richtige Beschreibung. Und nun verändern wir etwas. Wenn Sie mögen, schließen Sie für einen kurzen Moment die Augen.

Stellen Sie sich die Sonne vor.

Vielleicht sehen Sie vor Ihrem inneren Auge einen tiefblauen Himmel und helles Sonnenlicht. Vielleicht können Sie sich vorstellen, wie sich angenehme Wärme auf Ihrer Haut anfühlt. Vielleicht entsteht das Bild eines Sommertages, eines Gartens, eines Urlaubsortes oder eines Strandes. Möglicherweise erinnern Sie sich an das Gefühl von warmem Sand unter Ihren Füßen, an den Geruch von Sonnencreme, an das Geräusch von Wasser oder an diesen besonderen Moment, wenn die Sonne am Abend langsam tiefer steht.

Vielleicht taucht bei Ihnen aber auch etwas ganz anderes auf.

Drückende Hitze. Eine aufgeheizte Wohnung. Das Gefühl, dass es einfach zu warm ist. Eine Sommernacht, in der Sie kaum schlafen konnten. Oder die Erinnerung an einen Sonnenbrand.

Es gibt hier kein richtiges Bild und kein falsches. Vielleicht haben Sie gar kein deutliches Bild gesehen, sondern eher Wärme gespürt. Vielleicht war da eine Erinnerung, ein Gefühl, ein Geräusch ein Gedanke oder nur eine vage Vorstellung.

Und vielleicht ist auch überhaupt nichts Besonderes passiert. Auch das ist in Ordnung. Denn Menschen erleben innere Vorstellungen sehr unterschiedlich.

Was sich in unserem kleinen Experiment möglicherweise verändert hat, ist nicht die Sonne.

Verändert hat sich die Art, wie Sie Ihre Aufmerksamkeit auf die Sonne gerichtet haben.

Im ersten Moment haben Sie eher über die Sonne nachgedacht. Im zweiten Moment waren Sie eingeladen, sich stärker auf Ihr eigenes inneres Erleben einzulassen. Damit sind wir einem wichtigen Aspekt dessen, was Trance ausmachen kann, bereits ziemlich nahe.

Danke an dieser Stelle an Manfred Prior, einen meiner Mentoren, für dieses tolle Bild der Erklärung, und an Tatjana, eine Kollegin, für das Erinnern daran.

Hypnose verstehen: Was geschieht, wenn unsere Aufmerksamkeit nach innen geht? - Hypnose ist ein wissenschaftlich untersuchtes Verfahren, bei dem Aufmerksamkeit gezielt gebündelt und häufig stärker nach innen gerichtet wird. Trance bezeichnet dabei eine natürliche Erfahrung, die jeder Mensch etwas anders erlebt. Moderne Hypnose nach Milton H. Erickson versteht Menschen nicht als passive Empfänger von Suggestionen, sondern bezieht ihre eigenen Erfahrungen, Fähigkeiten und Ressourcen aktiv ein.

Was ist Trance?

Vielleicht verbinden Sie mit dem Wort Trance zunächst einen außergewöhnlichen Zustand. Jemand sitzt mit geschlossenen Augen in einem Sessel, hört die Stimme eines Hypnotiseurs und scheint vollkommen weit weg zu sein. Trance kann so aussehen. Sie muss es aber nicht.

In der wissenschaftlichen Literatur gibt es bis heute nicht die eine, verbindliche Definition von Trance. Das liegt auch daran, dass Trance eine sehr subjektive Erfahrung ist. Menschen unterscheiden sich darin, was sie wahrnehmen, wie stark sie Veränderungen erleben und was sich für sie überhaupt anders anfühlt als ihr normaler Wachzustand.

Ein wesentliches Merkmal ist die Fokussierung von Aufmerksamkeit.

Unsere Aufmerksamkeit kann sich stärker nach innen richten. Äußere Reize treten dabei möglicherweise etwas in den Hintergrund, während Gedanken, Erinnerungen, Gefühle, Körperempfindungen oder innere Vorstellungen stärker wahrgenommen werden.

Das bedeutet nicht, dass die Außenwelt verschwindet. Denn: Vielleicht hören Sie weiterhin die Geräusche im Raum. Sie wissen, wo Sie sind. Sie könnten die Augen öffnen. Sie können sprechen und reagieren. Und gleichzeitig kann ein Teil Ihrer Aufmerksamkeit sehr intensiv mit einem inneren Erleben beschäftigt sein. Trance ist deshalb weniger ein fest umrissener Zustand, den man entweder erreicht oder nicht erreicht.

Sie lässt sich eher als ein fließender Erfahrungsprozess verstehen. Mal ist die Aufmerksamkeit stärker nach außen gerichtet, mal stärker nach innen. Mal sind wir analytisch und beobachten bewusst, was um uns herum geschieht. In anderen Momenten sind wir vollkommen in einer Vorstellung, einem Gedanken, einer Empfindung oder einer Tätigkeit aufgegangen. Auch die empfundene „Tiefe“ einer Trance kann sehr unterschiedlich sein.

Und das ist wichtig: Eine besonders tiefe Trance ist nicht automatisch eine besonders gute oder hilfreiche Trance.

Trance als „Land der Möglichkeiten“

Eine schöne Metapher aus der Erickson’schen Hypnotherapie beschreibt Trance als ein „Land der Möglichkeiten“. Gemeint ist damit ein innerer Erfahrungsraum, in dem nicht nur das gewohnte bewusste Nachdenken den Weg vorgibt. Vorstellungen, Erfahrungen und persönliche Ressourcen können zugänglicher werden und damit vielleicht auch Lösungsmöglichkeiten, die im alltäglichen Denken bisher weniger oder gar nicht in den Blick gekommen sind.

Trance kann auch dabei helfen, weniger in einem strikten „Entweder-oder“ zu denken. Unterschiedliche Empfindungen, Gedanken oder Sichtweisen dürfen gleichzeitig da sein. Aus diesem „Sowohl-als-auch“ können manchmal neue Perspektiven und Möglichkeiten entstehen, die vorher noch nicht sichtbar waren.

Hypnose verstehen: Was geschieht, wenn unsere Aufmerksamkeit nach innen geht? - Hypnose ist ein wissenschaftlich untersuchtes Verfahren, bei dem Aufmerksamkeit gezielt gebündelt und häufig stärker nach innen gerichtet wird. Trance bezeichnet dabei eine natürliche Erfahrung, die jeder Mensch etwas anders erlebt. Moderne Hypnose nach Milton H. Erickson versteht Menschen nicht als passive Empfänger von Suggestionen, sondern bezieht ihre eigenen Erfahrungen, Fähigkeiten und Ressourcen aktiv ein.

Trance ist viel alltäglicher, als das Wort vermuten lässt

Diese Veränderung von Aufmerksamkeit ist nichts, was ausschließlich während einer Hypnose geschieht. Sie kennen wahrscheinlich Situationen, in denen Ihre Aufmerksamkeit bereits ganz von selbst auf ähnliche Weise gebündelt ist. Vielleicht lesen Sie ein Buch und tauchen so tief in die Geschichte ein, dass Sie für einige Minuten kaum wahrnehmen, was um Sie herum geschieht. Vielleicht sehen Sie einen Film und wissen selbstverständlich, dass Sie vor einem Bildschirm sitzen. Trotzdem fiebern Sie mit, erschrecken, lachen oder werden traurig. Vielleicht sind Sie bei einer kreativen oder anspruchsvollen Tätigkeit vollkommen konzentriert. Sie arbeiten an etwas, schreiben, gestalten, musizieren, handwerken, lieben oder lösen ein Problem und bemerken irgendwann erstaunt, wie viel Zeit vergangen ist.

Wir sprechen dann häufig von Flow.

Auch ein sehr intensives Gespräch kann unsere Aufmerksamkeit bündeln. Es gibt Gespräche, in denen wir einem Menschen und seinen Worten besonders zugewandt sind. Ein Satz trifft etwas in uns, löst eine Erinnerung aus oder lässt plötzlich ein inneres Bild entstehen. Für einen Moment rückt anderes in den Hintergrund.

Meditation und autogenes Training arbeiten ebenfalls mit Veränderungen und Fokussierungen von Aufmerksamkeit. Sie sind nicht dasselbe wie Hypnose, zeigen aber, wie selbstverständlich wir unsere Wahrnehmung nach innen richten können.

Und vielleicht kennen Sie Tagträume: Sie sitzen an einem ganz gewöhnlichen Ort und sind gedanklich längst woanders. Sie stellen sich eine zukünftige Situation vor oder erinnern sich an etwas Vergangenes und reagieren darauf möglicherweise sogar körperlich oder emotional.

Ein Gedanke allein kann ausreichen, damit wir lächeln. Oder damit sich unser Magen zusammenzieht. Innere Vorstellungen sind für unser Gehirn und unseren Körper also keineswegs bedeutungslos.

Probieren Sie es gleich noch einmal aus: Denken Sie für einen Moment an eine gelbe, reife Zitrone. Stellen Sie sich vor, wie Sie sie aufschneiden und hineinbeißen. Können Sie die Säure vielleicht schon auf Ihrer Zunge schmecken? Läuft Ihnen möglicherweise sogar etwas mehr Speichel im Mund zusammen? Dabei liegt keine Zitrone vor Ihnen. Und trotzdem kann allein die Vorstellung eine körperliche Reaktion auslösen.

Genau das macht innere Vorstellungen so interessant: Was wir uns vorstellen, kann etwas in uns anstoßen, obwohl es in diesem Moment nicht tatsächlich geschieht. Das Spannende und Hilfreiche daran: Die Fähigkeit zu solchen fokussierten inneren Erfahrungen bringen Menschen bereits mit. Hypnose nutzt diese Fähigkeit gezielter.

Hypnose verstehen: Was geschieht, wenn unsere Aufmerksamkeit nach innen geht? - Hypnose ist ein wissenschaftlich untersuchtes Verfahren, bei dem Aufmerksamkeit gezielt gebündelt und häufig stärker nach innen gerichtet wird. Trance bezeichnet dabei eine natürliche Erfahrung, die jeder Mensch etwas anders erlebt. Moderne Hypnose nach Milton H. Erickson versteht Menschen nicht als passive Empfänger von Suggestionen, sondern bezieht ihre eigenen Erfahrungen, Fähigkeiten und Ressourcen aktiv ein.

Und was ist dann Hypnose?

Wenn Trance eine natürliche menschliche Fähigkeit ist, stellt sich eine naheliegende Frage:

Wozu braucht es überhaupt Hypnose?

Vereinfacht gesagt bezeichnet Hypnose einen Rahmen und eine Form der Kommunikation, mit denen Aufmerksamkeit bewusst gelenkt und tranceartige Prozesse angeregt und genutzt werden können.

Dabei kann beispielsweise eingeladen werden, die Aufmerksamkeit stärker auf den eigenen Körper zu richten, eine Erinnerung aufzurufen, eine Situation innerlich vorwegzunehmen, ein Bild entstehen zu lassen oder sich mit einer persönlichen Fähigkeit oder hilfreichen Erfahrung zu verbinden.

Hypnose ist dabei keineswegs nur:

Augen schließen.
Entspannen.
Eine Stimme hören.
Und anschließend wieder „aufwachen“.

Moderne Hypnose geht weit darüber hinaus.

Trance kann mit geschlossenen oder geöffneten Augen stattfinden. Sie kann ruhig und entspannt erlebt werden, muss es aber nicht. Menschen können in Trance sprechen. Es können Fragen gestellt und Antworten gegeben werden. Eine Trance kann sehr deutlich wahrgenommen werden oder beinahe beiläufig in einem Gespräch entstehen.

Auch deshalb ist die Vorstellung problematisch, eine Hypnose müsse besonders „tief“ sein, damit sie etwas bewirken könne. Entscheidender ist, wie gut die Kommunikation, die Vorstellungen, die entstehenden Erfahrungen und auch die Art der Begleitung zum jeweiligen Menschen passen. Und genau an diesem Punkt wird die Arbeit von Milton H. Erickson bedeutsam.

Milton H. Erickson und ein anderes Verständnis von Hypnose

Der amerikanische Psychiater und Psychotherapeut Milton H. Erickson (1901–1980) hat die moderne Hypnotherapie entscheidend geprägt. Dabei ging es ihm nicht darum, Menschen möglichst wirkungsvoll zu „hypnotisieren“. Im Mittelpunkt stand vielmehr der einzelne Mensch.

Erickson ging davon aus, dass Menschen sehr unterschiedliche Erfahrungen, Fähigkeiten, Reaktionsweisen und persönliche Ressourcen mitbringen. Hypnose sollte deshalb nicht nach einem starren Schema funktionieren. Die Kommunikation und das Vorgehen sollten sich vielmehr daran orientieren, was zu genau diesem Menschen passt.

Diese Haltung unterscheidet sich deutlich von älteren Vorstellungen der Hypnose, bei denen der Hypnotiseur als jemand erschien, der einem passiven Gegenüber Suggestionen vorgibt. Ericksons Ansatz ist wesentlich ressourcenorientierter. Nicht nur die Frage „Was ist das Problem?“ ist interessant. Ebenso bedeutsam wird:

  • Was bringt dieser Mensch bereits mit?
  • Welche Erfahrungen hat er gemacht?
  • Was funktioniert vielleicht in anderen Situationen schon?
  • Welche Vorstellungen sprechen ihn an?
  • Welche Sprache passt zu ihm?
  • Was nimmt er körperlich besonders gut wahr?
  • Welche Bilder, Erinnerungen, Werte oder Fähigkeiten könnten hilfreich sein?

Im Mittelpunkt steht also das, was ein Mensch bereits mitbringt: seine Erfahrungen, Fähigkeiten, Vorstellungen und persönlichen Ressourcen. Sie werden aufgegriffen und einbezogen, statt nach einem festen Schema vorzugehen.

Diese Haltung prägt auch meine Arbeit als Beraterin und Begleiterin. Meine Weiterbildung in hypnosystemischer Kommunikation bei der Milton Erickson Gesellschaft für Klinische Hypnose (M.E.G.) ergänzt meine systemische und ressourcenorientierte Arbeitsweise. Dabei orientiere auch ich mich an dem Menschen, der mir gegenübersitzt, an seinem Erleben, seiner Sprache, seinen Ressourcen und seinem Anliegen. Wie das in meiner Beratung konkret aussehen kann, darauf komme ich später noch zurück.

Was sagt die Wissenschaft zu Hypnose?

Hypnose hat eine lange Geschichte und wurde über Jahrhunderte sehr unterschiedlich betrachtet. Zwischen Faszination, beinahe wundersamen Erwartungen und Skepsis war vieles dabei. Heute sind Hypnose und hypnotische Trance Gegenstand wissenschaftlicher Forschung und werden unter anderem in Psychotherapie und Medizin eingesetzt.

In Deutschland wurde Hypnotherapie 2006 vom Wissenschaftlichen Beirat Psychotherapie für bestimmte Anwendungsbereiche wissenschaftlich anerkannt. Das bedeutet allerdings nicht, dass Hypnose eine Universallösung ist oder für jedes Anliegen gleichermaßen geeignet wäre. Ihre Anwendung und Wirksamkeit müssen immer im jeweiligen fachlichen Kontext betrachtet werden.

Auch wissenschaftliche Beschreibungen von Trance zeigen, warum einfache Vorstellungen wie „Schlaf“ oder „Abschalten“ zu kurz greifen. Trance wird vielmehr als ein veränderter Prozess der Aufmerksamkeit beschrieben. Wahrnehmung, innere Vorstellungen, Empfindungen und Reaktionen können sich dabei verändern, ohne dass ein Mensch deshalb bewusstlos oder willenlos ist. Seriöse Hypnose braucht deshalb weder etwas Mystisches noch große Versprechen. Ihre Möglichkeiten sind auch ohne Mystifizierung spannend genug.

Showhypnose, Kontrollverlust und andere Befürchtungen

Unser Bild von Hypnose ist stark von Filmen, Fernsehen und Showhypnose geprägt. Menschen fallen scheinbar auf Kommando in Schlaf, vergessen ihren Namen oder tun vor Publikum Dinge, über die andere lachen.

Showhypnose verfolgt jedoch vor allem ein Ziel: Unterhaltung.

Eine professionelle Anwendung von Hypnose in Medizin, Psychotherapie, Beratung oder Coaching hat damit wenig gemeinsam. Hier geht es um ein Anliegen des Menschen und um einen verantwortungsvollen Rahmen.

Trotzdem bleiben verständlicherweise Fragen:

Verliere ich in Hypnose die Kontrolle? Bin ich dann willenlos oder manipulierbar? Was passiert, wenn Hypnose bei mir nicht funktioniert? Und kann ich womöglich in einer Trance „stecken bleiben“?

Hypnotische Trance bedeutet weder Bewusstlosigkeit noch Willenlosigkeit. Sie können weiterhin wahrnehmen, sprechen und reagieren. Genau das ist in meiner Arbeit ausdrücklich erwünscht: Sie dürfen jederzeit sprechen, reagieren und mir rückmelden, was Sie wahrnehmen und ob etwas für Sie passt. Eine Anregung müssen Sie nicht übernehmen, nur weil sie Ihnen während einer Trance angeboten wird.

Ich finde dafür ein einfaches Bild hilfreich: Eine Anregung ist ein Angebot. Sie können prüfen, ob etwas für Sie passt. Was hilfreich ist, dürfen Sie aufnehmen und für sich nutzen. Was nicht passt, darf vorbeiziehen.

Das bedeutet allerdings nicht, dass Kommunikation wirkungslos wäre. Worte können uns schließlich auch im Alltag beruhigen, verunsichern, berühren oder ermutigen. Denken Sie nur an die Zitrone aus unserem kleinen Experiment. Gerade deshalb gehören für mich zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Hypnose Transparenz, Vertrauen, fachliche Kompetenz und Respekt vor den persönlichen Grenzen eines Menschen.

Auch die Sorge, Hypnose könne bei einem selbst „nicht funktionieren“, entsteht häufig aus einer bestimmten Erwartung daran, wie sich Trance anfühlen müsste. Doch es gibt kein vorgeschriebenes Trancegefühl. Manche Menschen erleben lebendige innere Bilder, andere eher Gedanken, Gefühle oder körperliche Empfindungen. Manche nehmen eine deutliche Veränderung wahr, andere eine sehr feine, die Ihnen vielleicht auch erst nach einer Weile bewusst wird.

Wie ich hypnosystemische Kommunikation in meiner Beratung nutze

In meiner Arbeit verbinde ich meine systemische und ressourcenorientierte Haltung mit meiner Weiterbildung in hypnosystemischer Kommunikation bei der Milton H. Erickson Gesellschaft für Klinische Hypnose (M.E.G.), deren Mitglied ich auch bin.

Dabei ist eine Unterscheidung wichtig: Ich biete keine Klinische Hypnose oder Hypnotherapie an. Diese gehören in einen entsprechend qualifizierte psychotherapeutische oder medizinische Kontexte. Ich nutze Elemente der hypnosystemischen Kommunikation innerhalb meiner Beratung und meines Coachings.

Und das kann sehr unterschiedlich aussehen. Manchmal arbeite ich mit einer Imagination oder einer leichten Trance. Manchmal mit einer Metapher oder einem inneren Bild. Und manchmal entsteht mitten in einem intensiven Gespräch ein Moment besonderer Aufmerksamkeit, in dem sich eine Frage, eine Vorstellung oder eine andere Perspektive weiter erkunden lässt. Eine tiefe Trance ist dafür nicht notwendig.

Ich arbeite auch nicht mit vorgefertigten Trance-Skripten, die bei jedem Menschen gleich ablaufen. Denn Menschen erleben unterschiedlich. Was für eine Person ein kraftvolles Bild ist, kann für eine andere überhaupt nicht passen. Manche Menschen sehen innere Bilder sehr deutlich, andere nehmen stärker über ihren Körper, über Gefühle, Gedanken oder Sprache wahr. Deshalb orientiere ich mich an dem Menschen, der mir gegenübersitzt: an seinem Anliegen, seinem Erleben, seiner Sprache und seinen eigenen Bildern.

Dabei geht es nicht darum, eine bestimmte Erfahrung zu erzeugen oder eine fertige Lösung vorzugeben. Hypnosystemische Kommunikation kann vielmehr dabei unterstützen, den Blick zu erweitern, persönliche Ressourcen wieder stärker wahrzunehmen und eigene neue Möglichkeiten zu entdecken.

Damit sind wir wieder bei dem Bild vom „Land der Möglichkeiten“. Nicht alles wird plötzlich möglich. Und nicht jedes Problem löst sich, nur weil wir die Augen schließen oder unsere Aufmerksamkeit nach innen richten. Aber vielleicht wird etwas sichtbar, spürbar oder vorstellbar, das im bisherigen Nachdenken noch keinen Platz hatte. Mein Credo generell bei meiner Arbeit: Nicht der Mensch sollte sich der Methode anpassen müssen. Die Methode sollte sich am Menschen orientieren.

Vielleicht beginnt es mit einem anderen Blick

Hypnose und Trance können dazu einladen, die Aufmerksamkeit zu verändern und dadurch neue Perspektiven und eigene Ressourcen wahrzunehmen. Nicht um die Wirklichkeit auszublenden, sondern um den Blick auf sie zu erweitern.

Vielleicht ist das „Land der Möglichkeiten“ deshalb ein so schönes Bild für Trance, weil es dazu einlädt, neugierig auf das zu werden, was in uns bereits vorhanden ist und bisher vielleicht noch nicht im Blick war.

Wie überraschend sich dieses „Land der Möglichkeiten“ anfühlen kann, habe ich selbst in vielen Hypnosen auch während meiner Weiterbildung erleben dürfen. Und davon sehr profitiert. 

Hypnose verstehen: Was geschieht, wenn unsere Aufmerksamkeit nach innen geht? - Hypnose ist ein wissenschaftlich untersuchtes Verfahren, bei dem Aufmerksamkeit gezielt gebündelt und häufig stärker nach innen gerichtet wird. Trance bezeichnet dabei eine natürliche Erfahrung, die jeder Mensch etwas anders erlebt. Moderne Hypnose nach Milton H. Erickson versteht Menschen nicht als passive Empfänger von Suggestionen, sondern bezieht ihre eigenen Erfahrungen, Fähigkeiten und Ressourcen aktiv ein.

Häufige Fragen zu Hypnose und Trance

Was ist Hypnose einfach erklärt?

Hypnose nutzt die natürliche Fähigkeit des Menschen, seine Aufmerksamkeit zu fokussieren und stärker auf innere Wahrnehmungen, Vorstellungen und Erfahrungen zu richten. Dabei kann eine Trance entstehen. Menschen sind dabei nicht willenlos oder bewusstlos, sondern bleiben ansprechbar und können eigene innere Erfahrungen und Ressourcen nutzen.

Trance beschreibt eine natürliche Erfahrung fokussierter Aufmerksamkeit, bei der beispielsweise innere Bilder, Gedanken, Gefühle oder Körperempfindungen stärker in den Vordergrund treten können. Hypnose bezeichnet den Rahmen und die Kommunikation, mit denen solche Prozesse gezielt angeregt und genutzt werden können.

Nein. Und genau dies ist ganz wichtig. Hypnotische Trance bedeutet weder Bewusstlosigkeit noch Willenlosigkeit. Menschen bleiben grundsätzlich ansprechbar und müssen Anregungen nicht übernehmen. Bei einem verantwortungsvollen Umgang mit Hypnose stehen Freiwilligkeit, persönliche Grenzen und Selbstbestimmung im Mittelpunkt.

Die Fähigkeit, Aufmerksamkeit zu fokussieren und tranceähnliche Erfahrungen zu machen, gehört grundsätzlich zum menschlichen Erleben. Wie eine Trance wahrgenommen wird und wie leicht jemand sich darauf einlassen kann, ist jedoch individuell. Manche Menschen erleben innere Bilder, andere eher Gedanken, Gefühle oder Körperempfindungen.

Nein. Eine tiefe Trance ist nicht grundsätzlich notwendig. Auch leichte Trancezustände, Imaginationen oder Momente stark fokussierter Aufmerksamkeit können neue Erfahrungen und Perspektiven ermöglichen. Entscheidend ist, dass das Vorgehen zum Menschen und zu seinem Anliegen passt.

Hypnose und Hypnotherapie werden seit vielen Jahren wissenschaftlich erforscht. In Deutschland wurde Hypnotherapie 2006 vom Wissenschaftlichen Beirat Psychotherapie für bestimmte Anwendungsbereiche wissenschaftlich anerkannt. Daraus lässt sich jedoch keine pauschale Wirksamkeit für jedes Anliegen ableiten.

Hypnosystemische Kommunikation verbindet Gedanken der Erickson’schen Hypnose mit einer systemischen und ressourcenorientierten Haltung. In Beratung und Coaching können beispielsweise Sprache, fokussierte Aufmerksamkeit, Imaginationen, innere Bilder und Metaphern genutzt werden, um persönliche Ressourcen und neue Perspektiven zugänglicher zu machen. Sie ist von Klinischer Hypnose beziehungsweise Hypnotherapie im psychotherapeutischen Kontext zu unterscheiden.

Ich freue mich darauf, Sie kennen­zulernen.

Gemeinsam können wir herausfinden, wie sich wieder mehr Verbindung, Klarheit und Zuversicht in Ihr Leben und Ihre Beziehungen bringen lässt. Gerne in einem kostenfreien Erstgespräch am Telefon.

Hinweis zu den Bildern: Manche Illustrationen und Bildmotive (Startbild und Landschaftsbild) auf dieser Seite wurden mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) gestaltet. Sie sollen Gedanken, Gefühle und Situationen bildlich unterstützen und die Inhalte anschaulich machen.